Die Künstlersozialkasse (KSK)
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Die Künstlersozialkasse (KSK)

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Die Künstlersozialkasse (KSK) ist eine wichtige Institution für publizierende Fotografen. Sie hat die Aufgabe, Fotografen, Journalisten und Künstler mit einer Künstlersozialversicherung sozial abzusichern. Sie ist ein wichtiger Bestandteil unseres Sozialsystems, die drei Bereich absichern muss: Die Renten-, Pflege- und Krankenversicherung.

Die Künstlersozialkasse besteht seit den 1980ziger und hat eine Besonderheit. Selbstständige müssen in der Regel ihre Beiträge für die Sozialversicherung selber aufbringen. Wer als publizierender Künstler aber anerkannt wird, muss an die KSK nur 50 % bezahlen. Die anderen 50 % werden zum Teil von den Verwerter der künstlerischen Leistung (also Verlage, Plattenfirmen, Agenturen, etc.) und vom Staat bezahlt. Man kann es quasi mit einem Angestelltenverhältnis vergleichen, wo Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu beiden Teilen die Sozialabgaben abführen. Die Künstlersozialkasse führt die eingenommenen Beiträge an die jeweiligen Versicherungsträger (Krankenkasse und Deutsche Rentenversicherung) ab. Aktuell müssen die Verwerter zu allen Honorarzahlungen um die 5,2 % abführen. Diese Abgabe darf nicht von der Honorarzahlung abgezogen werden sondern muss zusätzlich bezahlt werden. Dabei ist es gleichgültig, ob die selbstständigen Künstler in der KSK Mitglied sind oder nicht. Dieser Beitrag ist gebunden an jede Honorarzahlung.

Was für die Verwerter gilt, kann aber um unter Umständen auch auf uns Fotografen zutreffen. Wenn ich als Fotograf eine Visagistin oder einen Hairstylisten bestelle und bezahle, kann ich unter Umständen auch verpflichtet sein, diese Abgaben zu melden und abzuführen. Das kann auch sein, wenn ich einen weiteren Fotografen zu einem Termin buche. Dieses trifft also auch auf private Unternehmen und Betrieb oder Vereine zu, die Werbung für das eigene Unternehmen betreiben oder mit den Werken Einnahmen erzielen (Generalklausel), wie zum Beispiel Organisatoren von öffentlichen Veranstaltungen.

Ich habe in den vergangenen Wochen mit einigen Berufskollegen gesprochen, die entweder nicht richtig Bescheid wussten über die Funktion der Künstlersozialkasse oder vor kurzem eine Betriebsprüfung hatten, bei der festgestellt wurde, dass diese Beiträge an die Sozialversicherungen nachbezahlen müssen. Da wurden teilweise Summen erwähnt, die 20 % eines Jahresumsatzes entsprechen.

An dieser Stelle kann ich Jedem der publiziert, also dessen Werke veröffentlicht werden, nur empfehlen, sich mit dem Thema “Künstlersozialkasse” zu informieren. Informationen gibt es auf der Webseite der KSK, im PDF-Flyer “Das wichtigste zur Künstlersozialabgabe in Kürze” und bei Wikipedia. Ich selber bin übrigens schon seit vielen Jahren Mitglied bei der KSK.

Passend zu diesem Thema hat FotoTV. jetzt einen Film für seine Abonnementen veröffentlicht. Wer kein Abo bei FotoTV.de hat, aber den sehr informativen Film sehen will, kann über folgenden Link den Film aufrufen und direkt ein Abo für ab € 6,95 monatlich buchen. Die ersten drei Minuten des zwanzig minütigen Film können ohne Abo angeschaut werden. Hier geht es zum FotoTV.-Film “Die Künstlersozialkasse”.

Was denkt ihr über die Künstlersozialkasse, welche Erfahrung habt ihr mit ihr gemacht?

Verfolgen Karsten Socher:

Fotograf und Fotojournalist in Kassel

Klassisch-handwerklicher Fotografenmeister und Bildjournalist in Kassel - Pressefotograf | Hochzeitsfotograf | Businessfotograf | Eventfotograf | Neu: 360°-Panoramafotografie von Geschäften für Google Business View

2 Antworten

  1. elisa
    | Antworten

    Hallo Karsten,

    vielleicht kannst Du mir ja weiterhelfen. Ist es möglich, dass man als Event-/Konzert-Veranstaltungsfotograf auch in die KSK kommt, bzw. was man dann am Besten in den Rechnung angibt? Ich fange gerade an in unterschiedlichen Bereichen zu arbeiten, auch mit Fotokunst/Fotodesign, aber noch verdiene ich das meiste Geld mit der Event-und Konzertfotografie.Bin etwas überfragt und weiß nicht genau, was ich angeben soll…

    Vielen Dank für Deine Hilfe, Elisa

    • Karsten Socher
      | Antworten

      Eine verlässliche Auskunft kann ich dir leider nicht geben. Die KSK richtet sich an publizierende Fotografen, Künstler und Journalisten. Wenn Du regelmäßig Veröffentlichungen deiner Konzertfotografien hast oder Verkäufe deiner Fotokunst hast, keinen weiteren sozialversicherungspflichtigen Job mit großen Einnahmen, also Selbstständig mit maximal 450 Euro Job, könntest Du gute Chancen haben. Aber das wird im Einzelfall geprüft.

      Am besten rufts Du da mal und erzählst das von der Konzertfotografie für Bands, deren Medienwerbung und den Zeitungen sowie deiner Fotokunst. Eventfotograf könnte schon zu gewerblich sein, Fotodesign weiß ich nicht, ob dass nicht zu speziell ist.

      Oder frag mal beim DJV NRW oder bei Freelens nach. Im Rahmen der Mitgliedschaft beraten beide und helfen bei Problemen. Eine Mitgliedschaft ist empfehelnswert in einem der Berufsverbände, sie bieten beide Rechtsschutz mit an.

      Habe gerade mal auf deine Seite geschaut. Dort sind nur Arbeiten von Patrick Essex zu sehen. Dein Bruder oder Mann? Habe seine Bilder vom Rosenmontagszug glaube ich mal in einer Ausstellung auf der Photokina gesehen. Kann das sein?

      Viel Erfolg!

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