Mit iPhone indische Hochzeit fotografiert
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Mit iPhone indische Hochzeit fotografiert

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Eine Hochzeit komplett mit dem Smartphone fotografieren? Okay, Familie, Freunde und Gäste greifen bei der Eheschließung und auf der Hochzeitsfeier immer mehr zu den kleinen handlichen Immer-Dabei-Kameras. Aber als Hochzeitsfotograf eine Hochzeitsfeier und die Hochzeitsportraits nur mit dem Smartphone fotografieren? Das hat jetzt Hochzeitsfotograf Sephi Bergerson mit dem Apple iPhone 6S in Indien gewagt.

Hochzeitsfotograf fotografierte mit iPhone

Es sei schon lange Zeit ein Traum von ihm gewesen, eine komplette indische Hochzeit mit dem iPhone zu fotografieren, schreibt Hochzeitsfotograf Sephi Bergerson in seinem Blog. Nur die technischen Grenzen der bisherigen iPhone-Generationen hätten ihn zurückgehalten sowie ein Brautpaar zu finden, welches diesem Wagnis ihr Einverständnis gab. Jetzt hat er ein Hochzeitspaar in Indien gefunden. Die dreitägige Hochzeitsfeier mit dem Smartphone zu fotografieren, sei für Sephi Bergerson eine Herausforderung gewesen. Er habe nicht versucht, alles zu fotografieren sondern hat sich auf bestimmte Bilder konzentriert. Tagsüber sei es kein Problem, nur am Abend und in der Nacht stösst das iPhone mit seinen ISO-Werten an die Grenze, vor allem bei Bewegungen. Er habe sich dann mit einer Lampe beholfen. Nach seiner fachlichen Meinung wären die Bilder ohne Bewegung besser als wenn er diese mit einer digitalen Spiegelreflexkamera (DSLR) fotografiert hätte.

Die Entwicklung und Ausarbeitung der Hochzeitsbilder habe er mit einem einfachen Workflow bewerkstelligt. Er habe dazu die Filter der Smartphone-Apps Snapseed, Mextures, Facetune und Instagram verwendet. Die fertigen Bilder zeigt er jetzt in seinem Blog. Auf YouTube hat er ein Making-Of-Video veröffentlicht, siehe unten.

iPhone eine Alternative für Fotografen?

Okay. Die Kamera in den Smartphones werden mit jeder neuen Generation besser. Schaut man in die Statistik, lässt sich feststellen, dass die Handykameras mittlerweile am meisten benutzt werden. Wen wundert es, dass Künstler mittlerweile ihre Bilder über Instagram bearbeiten, vorstellen und später als hochwertige große Prints teuer über Kunstgalerien vermarkten. Vor einigen Jahren hat Konzertfotograf Guido Karp mit einem der ersten Epson Handys mit Kameras eine ganze Serie von Aktbildern fotografiert und großformatig in einer Ausstellung präsentiert. Später hat er einen Bildband veröffentlicht, der über Amazon erhältlich ist: Guido Karp: “The Nudes: Photography with a Cyber-shot Mobile”

Mittlerweile höre ich immer mehr von Hochzeitsfotografen, die entweder ganz oder zusätzlich zu ihren schweren Kameraboliden von Canon und Nikon zu einem leichteren Spiegellosensystem wie von Olympus oder Fuji gewechselt sind. Auch ich liebäugle immer mehr damit, alleine des Gewichts schon. Was mich davon bisher abgehalten hat, ist die Unlust, neben meinem analogen Kamerasystem mit Canon FD- und EF-Objektiven, meiner Mittelformatausrüstung, der digitalen Canon Spiegelreflexausrüstung und dem ganzen Zubehör in ein weiteres zusätzliches Kamerasystem zu investieren. Aber Aufträge komplett mit meinem Smartphone oder vielleicht sogar Tablet zu fotografieren, dass habe ich bisher von keinem meiner Kollegen gehört. Von mir war es bisher auch kein Wunsch. Da vermisse ich zu sehr die vielen Möglichkeiten, die Spiegelreflexkameras bieten. Da wären zum Beispiel offene Blende, lange Belichtungszeit, Mitziehereffekt, Einsatz von Filtern, Freistellen von Motiven, das verwenden von starken Weitwinkeln sowie langen Teleobjektiven und viele andere Möglichkeiten. Schaut einfach mal in mein Portfolio, um zusehen, was ich meine: www.KS-FOTOGRAFIE.net

Um mal ein schnelles Bild an einen Kunden oder eine Redaktion zu senden, um was schnell zu dokumentieren oder in den Sozialen Medien zu posten, dafür finde ich das iPhone in Ordnung. Aber vielleicht wage ich es mal auf der nächsten privaten Party, zu der ich eingeladen werde und wo es heißt, bring deine Kamera mit 😉

iPhone ist eine neue Generation von Kamera

Hochzeitsfotograf Sephi Bergerson, der Hochzeiten auf den Malediven, Mauritius, Seychellen, in Mombasa und in Afrika fotografiert, ist jedenfalls begeistert von den Möglichkeit mit dem iPhone. In seinem Blog schreibt er, dass er begeistert ist von diesem leistungsfähigen Werkzeug einer neuen Generation von Kamera mit Dunkelkammer ist. Aber Sephi Bergerson glaubt nicht daran, dass es die klassischen Kameras ersetzen wird. Was ich übrigens auch glaube.

Mehr auf wedding.sephi.com/indian-wedding-photography-iphone-6s

Wie gefallen euch die mit einem Handy fotografierten Hochzeitsbilder?


Verfolgen Karsten Socher:

Fotograf und Fotojournalist in Kassel

Klassisch-handwerklicher Fotografenmeister und Bildjournalist in Kassel - Pressefotograf | Hochzeitsfotograf | Businessfotograf | Eventfotograf | Neu: 360°-Panoramafotografie von Geschäften für Google Business View

10 Antworten

  1. Thomas Rathay
    | Antworten

    Es zeigt sich, wenn man sein Handwerk beherrscht, kann man auch mit eingeschränktem Werkzeugkasten etwas richten. Gar nicht so schlecht, wenn sicher auch nacharbeitsintensiv.

  2. R. Schmitz
    | Antworten

    Ich bin betr. der eingeschränkten Möglichkeiten gegenüber einer DSLR/Profi DSLR mit schnellem Autofokus, ganz deiner Meinung. Aber das gilt auch anders herum. Das klobige Ding ist ja schon gegenüber einer kleinen Amateur DSLR tw. Im Nachteil, vom Hinguck und Leute erschreck Faktor ganz abgesehen. Spiegellos ist schön kompakt, Jedoch konnte ich während der Olympus Events 2015 mal ein solches 4/3 Teil mit viiieeelen Pixeln testen. Available Light und ISO Boost wie ichs von Nikon kenne, grauseliges Brösel Daten Gewirr. Da fühlte ich mich wie 2010 oder was weiß ich wann.
    Zurück zum iPhone. 8 oder 12 Mio Pixel ist ‘ne Ansage. Meine erste DSLR war von Kodak an eine F90 adaptiert und hatte satte 1,5 Mio Pixel. Ohne Farbmanagement mit eingebauten Farbbröseln, die man erst mal rausrechnen mußte. Aber die Qualität war erstaunlich und bis 9/12 cm Druckgröße OK. Ich will nicht noch weiter ausholen, bin auch nicht aus der Hochzeitsecke, aber irgendwie ists heutzutage nicht mehr der Stress, welchen Film lege ich ein, sondern, decke ich mit meinem Equipment meine fotografischen Ideen als machbar ab.
    Und da meine ich, ist solch ein Smartphone eine super praktische immer dabei Ergänzung, quasi Nullkosten mit allen Anschlüssen ins www. LG Reiner

  3. Tom Huber
    | Antworten

    Die Bilder sind optisch gut, der Mann kann fotografieren.
    Solange man das Material in kleiner Grösse auf einem (Apple) Diplay betrachtet, sollte es keine Probleme geben.

    Mehr sollten Sie von diesen Aufnahmen allerdings nicht erwarten, da die Fotos technisch ziemlich schlecht sind.
    Die Tiefen bröseln stark auf, der Weissabgleich ist nicht besonders und der Farbraum ist auf sRGB beschränkt.
    Wirklich scharf finde ich die Fotos auf nicht. Alles Dinge, die eine DSLR auf jeden Fall besser macht.

    Vermutlich sind die hier gesehenen Aufnahmen stark nachbearbeitet. Das kostet viel Zeit. Wo genau ist unterm Strich nun der Vorteil, mit einem Telefon zu fotografieren?

    • Karsten Socher
      | Antworten

      Laut seiner Aussage hätte er jetzt alles in einem: Kamera, Dunkelkammer, unterwegs alles bearbeiten und die Möglichkeit es gleich online zu zeigen. Für einen Schnappschuss sehe ich das auch als Vorteil, wenn man seinen Follower zeigen will, was man heute macht. Aber ansonsten sehe ich keinen Qualitativen Vorteil.

      Diesen Vorteil des schnellen Versenden würde ich mir anders zu Nutze machen. Die Kamera mit einer Eye-Fi Karte ausstatten, auf diese alle Aufnahmen in kleiner Auslösung als JPEG fotografieren, die Hi-Res in RAW auf eine zweite Karte. Die JPEGs überträgt man auf das Handy, Laptop oder Tablet, bearbeitet es und kann es sofort senden.

      Das iPhone ist für mich nur für Schnappschüsse zu gebrauchen.

  4. Wolfgang Plattner
    | Antworten

    Wenn der Stil des iPhone in Ordnung für Fotograf und Kundschaft ist, ist das eine weitere Möglichkeit Fotos zu machen, keine Frage.
    Da ist es dann vollkommen wurscht, ob Tiefen bröseln oder was auch immer … und die Datenmenge der Aufnahmen reicht jedenfalls für saubere Drucke in DINA4.

  5. Tom Huber
    | Antworten

    Ich frage mich gerade immer mehr, ob es sich bei der ganzen Aktion nicht doch um PR für Apple handelt.

    Welches Interesse verfolgt eigentlich der Fotograf damit, dem Leser mitzuteilen, dass er einen so wichtigen Auftrag mit dem Iphone geschossen hat? Das Video und die Story, mir ist das alles etwas zu aufwändig und werblich produziert.

    Die Aussage, die bei mir am Ende hängenbleibt ist: Selbst richtig gute Photografen shooten Events heute mit dem Iphone. Es muss folglich auch professionellen Ansprüchen genügen.

    • Karsten Socher
      | Antworten

      Ich warte auch darauf, dass Apple den ersten Werbespot herausbringt. Aber er scheint in Indien bekannt zu sein und wird über eine Art Hochzeitsagentur gebucht, vielleicht haben die das Video so werbewirksam inszeniert.

  6. Holzwarth
    | Antworten

    Klar kann man mit Smartphones Bilder machen. Mit Einwegkameras könnte man auch Bilder machen.
    Ist das irgendwie neu?
    Wenn man so sehr auf der speziellen Marke des verwendeten Smartphones herumreitet,
    dann handelt es sich wahrscheinlich um eine Werbeaktion für den Hersteller.

    Es gibt mittlerweile einen Haufen Beispiele, wo Smartphone-Kameras für professionelle Zwecke genutzt wurden.
    Oft von Leuten, die selbst schon eine bekannte Marke sind.
    Eins der prominentesten Beispiele ist I-Dubai von Sternfeld erschienen im Steidl-Verlag
    und lang und breit besprochen im Dokumentarfilm “How to make a book with Steidl”

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  8. Alexander Behrens
    | Antworten

    Das ganze zeigt doch,
    der Fotograf macht das Bild und nicht die Kamera.

    Ich finde die Bilder Klasse.

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