Wie erkennt man einen professionellen guten Hochzeitsfotografen?
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Wie erkennt man einen professionellen guten Hochzeitsfotografen?

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Vor kurzem hatte ich eine Vorbesprechung mit einem Hochzeitspäarchen. Neben den üblichen Gesprächspunkten wie die Abwicklung ist, welche Motive fotografiert werden, den Preisen kamen wir auf den Punkt Fotoausrüstung zu sprechen. Ein mittlerweile normaler Punkt, über den man im Vorfeld redet. Seit es die digitale Fotografie gibt, werden in den Geschäften Preisschlachten betrieben und jeden Tag entstehen neue Webseiten, die sich dem Thema Fotografie widmen. Also viele Quellen, über die man sich ausgiebig informieren kann. Im Internet gibt es eine Vielzahl von guten Webseiten, auf denen auch ich regelmäßig vorbeischaue, um Neues zu lernen. Und es gibt es eine wahrscheinlich noch größere Anzahl von Webseiten, die nicht zu empfehlen sind. Zu so einer gehört wahrscheinlich auch die Seite, auf die sich das Hochzeitspaar informiert hatte. Sie legten mir einen Ausdruck einer Webseite vor, die in dem Artikel „Woran erkenne ich einen professionellen Hochzeitsfotografen?“ erklärte, wie man erkennt, ob man einen Profi oder Amateur beauftragt.

Ich will hier mal auf einige Punkte dieses Artikels eingehen und auf einige Irrtümer ohne große wissenschaftliche Erläuterungen eingehen, die durch solche Artikel entstehen.

Ein Profi arbeitet mit Canon oder Nikon

Canon oder Nikon? Egal, das Ergebnis und der Spaß zählt ...
Canon oder Nikon? Egal, das Ergebnis und der Spaß zählt …

Der erste Punkt in dem Artikel widmete sich der Kamerawahl. Ein professioneller Fotograf arbeitet mit Canon oder Nikon, heißt es dort. Diesen Punkt kann man fast so stehen lassen. Beide Hersteller sind die Marktführer im Digitalen Spiegelreflexkameramarkt. Daneben gibt es noch Anbieter wie Hasselblatt, Mamiya, Rollei, etc., die auch im professionellen Bereich Anwendung finden. Dazu gab es eine Liste mit Kameras, mit denen ein Profi zu arbeitet hat, zum Beispiel Canon EOS 5D oder EOS 1DS Mark III. Beides sehr hochwertige Kameras, die qualitative Bilder liefern, die im professionellen Bereich Anwendung finden. Allerdings mit kleinen Nachteilen. Beide Kameras sind für bewegte schnelle Aufnahmen wie Sport zu langsam, sei es in der Schärfenachführung oder in der Bildgeschwindigkeit. Das ist zum Beispiel ein Grund, warum ein Profi auch mal eine Canon 50D im Einsatz haben kann.

Die Linsen

Linsen müssen vom selben Hersteller sein und immer Lichtstark sein, mindestens 2,8, so behauptet der Artikel. Wieder mit einer kleinen Liste von Linsen, die ein Fotograf verwenden muss. Lichtstark ist immer gut, zu einem wegen der Lichtverhältnisse in der Kirche, zum anderen wegen der beabsichtigten Schärfentiefe, also dem Spiel mit Schärfe und Unschärfe. Aber wie bei den Kameras muss es nicht immer die bestimmte Linse wie auf der besagten Liste sein. Ich habe Kollegen, die verwenden zum Beispiel eine Canon 50 mm 1:1,8 Linse, weil diese für Sie eine bessere Leistung liefert als die lichtstärkere Canon Optik 50 mm 1:1,2. Richtig ist, dass die Objektive eine wichtige Rolle mitspielen. Sie müssen die Feinheiten der Motive auflösen können, ohne Abbildungsfehler oder Verzeichnungen. Da ist das Zusammenspiel von Kamera, Chip und Objektiv gefragt. Nicht jede Kombination liefert das beste Ergebnis. Auch gibt es im professionellen Bereich Linsen, die erst bei Blende 4 oder 5,6 anfangen. Und manchmal gibt es die eine oder andere Linse eines Fremdherstellers, die gute Leistungen liefern.

Digitale Daten

Auf kleine Details kommt es bei der Hochzeitsreportage an
Auf kleine Details kommt es bei der Hochzeitsreportage an

Nur RAW (gesprochen Roh) ist am Besten. Das ist richtig. Aus der Datei, aufgenommen im RAW-Format, hat man noch die besten Möglichkeiten, die beste Qualität zu erzielen. Am besten vergleicht man das RAW mit dem Analogen Negativ. Aus dem Negativ kann man im Labor noch die beste Abzugsqualität erreichen. Ein JPEG aus der Kamera ist von der kamerainternen Software bearbeitet, komprimiert und geschärft wurden. Aufnahmefehler verzeiht das JPEG nicht so sehr wie das RAW. Dafür belegt das JPEG je nach Kamera und Bildauflösung nur ein Viertel des Speichers im Vergleich zum RAW. Trotzdem verlangt auch das RAW, dass es richtig belichtet wird. Zum einem wegen der richtigen Ausarbeitung, zum anderen weil die Ausarbeitung auch zeitintensiver ist.

Die Aufnahmen im RAW-Format an das Hochzeitspaar zu liefern, wäre zwar machbar, nur das Paar kann mit den Aufnahmen nichts anfangen. Erst einmal benötigt man viele DVDs, die mit der Zeit vielleicht nicht mehr verwendbar sind. Zum zweiten kann man diese nicht so einfach in einem DVD-Player abspielen, weil er diese Dateiformate nicht kennt. Jeder Kamerahersteller verwendet sein eigens RAW-System, es ist also nicht einheitlich. Zum anderen wird mit jeder neuen Kamera, teilweise sogar mit den Firmwareupdates, das RAW-Format angepasst. Was bedeutet, dass ein professioneller Fotograf immer die aktuelle Bildbearbeitungssoftware im Einsatz hat. So eine benötigt das Hochzeitspaar ebenfalls und diese kostet einige hunderte von Euros.

Ein wichtiger Punkt ist noch die Menge der Aufnahmen. In dem Artikel wurde darauf hingewiesen, dass man darauf achten soll, alle Aufnahmen, die während der Hochzeit gemacht werden, auf DVD übergeben werden. Mit Schaudern denke ich bei diesem Punkt an die ganzen Angebote von Fotografen, die versprechen, von einem achtstündigen Hochzeitstag 1000 Bilder und mehr zu liefern. Umgerechnet sind das mehr als zwei Bilder in der Minute. Als Fotograf kann man aber nicht die ganze Zeit fotografieren, es gibt auch mal Pausen, in denen nicht fotografiert werden. Dann gibt es auch wieder Momente, da macht man von einer Szene zehn Bilder am Stück. Stellen Sie sich vor, Sie wollen sich die Aufnahmen auf ihrem DVD-Player anschauen. Der spielt diese als Diashow ab und zeigt jede Aufnahme zehn Sekunden. Dann schaut man sich die Bilder fast drei Stunden lang an. Ermüdend, oder? Sinnvoller ist es, dass eine sinnvolle Auswahl getroffen wird über alle Aufnahme.

Zum Abschluss dieses Punktes noch einige Zeilen zur Bildgröße und dem Dateivolumen. Eine Hochzeit in der vollen Auflösung zu fotografieren, die eine Kamera hergibt, macht nur Sinn, wenn man anschließend die Aufnahmen auf Plakatwänden in der Innenstadt präsentieren will. Wenn man diese bis DIN A3 ausbelichten lassen will, auf dem DVD-Player anschauen will oder per Mail verschicken will, machen die größten Auflösungen keinen Sinn und belegen nur viel Speicher. Eine Bildgröße von 2000 x 3000 Pixel und einem Dateivolumen von einem MB reichen aus, um davon Bilder im Format DIN A4 auszubelichten. Pressefotografen verwenden ähnliche Auflösungen, um die Dateien schnell in die Redaktionen schicken zu können.

Referenzen des Hochzeitsfotografen

In diesem Punkt kann ich den Artikel uneingeschränkt recht geben. Schauen Sie sich die Arbeiten des Fotografen in aller Ruhe an, zum Beispiel auf der Webseite, im Studio, in Musteralben oder lassen Sie sich diese bei einem persönlichen Treffen präsentieren. So sehen Sie, ob Ihnen die Arbeitsweise des Fotografen gefällt. Fragen Sie nach seinen Erfahrungen und wie er einzelne Bildsituationen wie ihre eigenen Ideen gestalten würde. Meine Referenzen und Arbeitsproben findet ihr im Portfolio Hochzeitsfotografie

Fazit

Es muss also nicht immer die absolute Profikamera sein mit der lichtstärksten Linse. Wichtig ist wie in der Mathematik, dass das Ergebnis am Ende richtig ist, ihnen gefällt und Sie sich den ganzen Tag wohlgefüllt haben. So wird alles zu stark eine Materialschlacht.

So arbeite ich als Hochzeitsfotograf

Moderne Hochzeitsportraits
Moderne Hochzeitsportraits

Da ich nichts zu verbergen habe, will ich dieses Geheimnis gerne lüften. Ich verwende Kameras von Canon und habe zu 95 % Linsen von Canon mit Originalzubehör. Ich fotografiere je nach Auftrag in RAW und zeitgleich in JPEG. Die Bilder werden in den Bildbearbeitungsprogrammen Adobe Lightroom und Adobe Photoshop CS4 bearbeitet und optimiert. Unter „Bearbeiten“ verstehe ich eine Standardbearbeitung für Kontrast, Gradation, Farbe und Schärfe. Jede weitere Bearbeitung darüber hinaus muss besprochen werden. Das Hochzeitspaar kann wählen, ob es die Aufnahmen ausbelichtet auf echtem Fotopapier, einem der besten Markenpapiere die es gibt, oder auf CD erhalten will. Die Aufnahmen werden nur auf CD geliefert in einer persönlichen CD-Hülle, mit DVD habe ich zu viele negative Erfahrungen gemacht. Die Aufnahmen haben dabei eine Auflösung von ca. 2000 x 3000 Pixel und einem Dateivolumen von einem MB und werden im JPEG-Format abgespeichert.

Was sagt ihr zu den Punkten? Habe ich was vergessen?

Verfolgen Karsten Socher:

Fotograf und Fotojournalist in Kassel

Klassisch-handwerklicher Fotografenmeister und Bildjournalist in Kassel - Pressefotograf | Hochzeitsfotograf | Businessfotograf | Eventfotograf | Neu: 360°-Panoramafotografie von Geschäften für Google Business View

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