Herbert Grönemeyer: Schiffsverkehr in der Eissporthalle Kassel
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Herbert Grönemeyer: Schiffsverkehr in der Eissporthalle Kassel

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Am Freitag vergangener Woche war es endlich soweit: Die MS Grönemeyer ging in der Eissporthalle Kassel vor Anker und ihr Kapitän und Animateur Herbert Grönemeyer heizte dem Publikum kräftig ein. Eigentlich sollte das Konzert vor der Orangerie stattfinden. Aber leider musste das Konzert wegen fehlender Infrastruktur vor Wochen verlegt werden. Schade eigentlich. Die Bühne, die passend zu der neuen Grönemeyer Tour „Schiffsverkehr“ an ein Segelschiff erinnern soll, wurde von Fotograf und Grönemeyer-Feund Anton Corbijn entworfen und wäre sicherlich unter freiem Himmel zur vollen Geltung gekommen.

Herbert Grönemeyer live "Schiffsverkehr Tour 2011"
Herbert Grönemeyer live „Schiffsverkehr Tour 2011“

Fotografen standen vor Rollstuhlfahrer

Wer als Fotograf oder Journalist bei einem Grönemeyer Konzert war, weiß, dass es nicht immer einfach ist, seiner Arbeit nachzugehen. In der Vergangenheit machte das Management von sich reden, als sie harte Regeln mit Verträgen aufstellten. So durften Bilder nicht länger als sechs Monate für die Berichterstattung verwendet werden oder Kollegen vom Hörfunk und Fernsehen durften auf dem Konzertgelände keine Meinungen der Zuschauer zum Konzert aufnehmen. Als Fotograf kann man nicht sicherstellen, dass die eigenen Bilder nach Ablauf der sechs Monate verwendet werden. Die Bilder sind in den Systemen der Redaktionen gespeichert. Auch wenn in der Bildbeschriftung (IPTC) darauf hingewiesen wird, dass die Bilder nach einem gewissen Datum nicht mehr verwendet werden dürfen, ist nicht sichergestellt, dass die Redakteure dies beachten.

Auch im Vorfeld zu dieser Tournee gab es bereits unter vielen Kollegen heftige Diskussionen, wie es diesmal sein wird. Fotoverträge gibt es dieses mal nicht, was schonmal positiv ist. Wenn es einen solchen gegeben hätte, wäre ich sicherlich nicht früher aus Tirol angereist, wo ich am Vorabend „Die jungen Zillertaler“ mehr als zwei Stunden fotografiert habe (Bilder zeige ich später). Dafür mussten die Fotografen 40 Minuten vor Konzertbeginn um 20 Uhr anwesend sein. Auch das ist noch kein Problem, so hat man Zeit, noch einige Motive am Rande aufzunehmen. Kollegen, die zum Beispiel Bundesligaspiele oder wichtige politische Ereignisse fotografieren, sind für die letzen Vorbereitungen zwei bis drei Stunden vorher am Platz. Einen geeigneten Standort zu wählen, war da schon schwieriger, denn er wurde vorgegeben: Die Tribüne für die Rollstuhlfahrer. Die Rollstuhlfahrer waren wenig begeistert davon, dass wir auf einmal zwischen oder vor ihnen standen. Verständlich. Auch wenn unser Standort für die Zuschauer nicht gerade erfreulich war, fand ich ihn ideal. Zwar leider einwenig weit weg von der Bühne, aber darauf wurden wir Tage vorher hingewiesen und man konnte sich mit den passenden Linsen sowie Stativ vorbereiten. Aber die Tribüne hatte einen entschiedenen Vorteil gegenüber dem Graben: Ich stand nicht vor einer ca. zwei Meter hohen Bühne, wodurch ich nicht so schräg von unten (in Herberts Nase) fotografieren musste. So konnte ich Bilder einfangen von Grönemeyer mit Publikum, die wären bei einer Position im Graben sonst nicht möglich gewesen und ich war mit ihm und seiner Band auf einer Höhe. Im Nachhin hätte ich mir gewünscht, im Treppenaufgang der Eissporthalle weiter oberhalber stehen zu dürfen. Von weiter oben sah es richtig herrlich aus, Grönemeyer im Menschenmeer mit den vielen hochgestreckten Händen zu sehen. Man kann leider nicht alles haben ….

Herbert Grönemeyer live "Schiffsverkehr Tour 2011"
Herbert Grönemeyer live „Schiffsverkehr Tour 2011“

Bei einem Interview sagte Grönemeyer mal folgendes: „Auf Konzerten schaue ich nur noch in Foto-Handys. Man sollte für die Fans bei Konzerten dieselbe Regel wie für Fotografen einführen: Fotografieren nur bei den ersten drei Songs“. In diesem Punkt kann ich Grönemeyer voll und ganz verstehen sowie zustimmen. Ich habe später das Konzert noch eine Zeitlang von der Empore verfolgt. Immer wieder fielen mir Konzertbesucher auf, die die ganze Zeit da stehen, dass Konzert mit ihrem Handy oder ihrer kleinen Kompaktkamera filmen und zwischendurch schnell mal bei Facebook posten. Ich kann zwar verstehen, dass die Besucher ein Erinnerungsbild von ihrem Lieblingskünstler haben wollen. Was ich aber nicht verstehen kann, dass die Besucher wie bei Grönemeyer 60 Euro Eintritt bezahlen und dann sich die ganze Zeit mit was anderem beschäftigen. Dafür wäre für mich das gute Geld zu schade. Und ich persönlich empfinde es auch als störend, wenn neben mir einer als am filmen ist und mir vielleicht die Sicht versperrt, wenn ich privat ein Konzert besuche. Und die Qualität die dabei raus kommt, ist auch nicht immer die beste. Ich habe es mal mit dem iPhone getestet, das Ergebnis habe ich bei Instagram eingestellt:

Auch wenn ich kein Herbert Grönemeyer-Fan mehr bin, die Stimmung war Klasse und die Show spitze. Nur das Tanzen sollte vielleicht Herbert Grönemeyer sein lassen.

Verfolgen Karsten Socher:

Fotograf und Fotojournalist in Kassel

Klassisch-handwerklicher Fotografenmeister und Bildjournalist in Kassel - Pressefotograf | Hochzeitsfotograf | Businessfotograf | Eventfotograf | Neu: 360°-Panoramafotografie von Geschäften für Google Business View

2 Antworten

  1. Der Gute wird aber auch nicht jünger und hübscher… 😉

    Das letzte mag ich. Herberst ist z.T. leider etwas überbelichtet. Schade, dass Du keine Segelschifftotale zeigst…

    LG, Klaus

  2. Karsten Socher
    | Antworten

    Die hatten teilweise einen sehr starken Spot auf Grönemeyer gerichtet. Hätte ich korrekt auf das Gesicht belichtet, wäre alles andere in schwarz versunken. Ich glaube, so ist eine gute Alternative. Ich habe das Canon 2,8 70-200 mm mit 2x-Konverter verwendet. Darauf habe ich mich von vorne herein eingestellt und das Weitwinkel für eine Totale beiseite gelassen und mich nur auf den Künstler konzentriert.

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